Kategorie: Genuss | Food

Die tollsten Bars der Welt

Die tollsten Bars auf der ganzen Welt, nur in der Antarktis Fehlanzeige: viel Eis, aber keine Cocktails. Nach Where to eat Pizza ist ein neues Standardwerk für globale Geniesser erschienen. Diesmal verraten die besten Barkeeper der Welt ihre Lieblingsbars und -drinks. Meist genannt ist dabei die Cocktailbar Artesian in London mit Chef Gabor Fodor und seiner größten Auswahl an Rum-Sorten. Über diese Lieblingstheke hinaus empfehlen die über 200 Spezialisten 750 richtige Plätze „to be“ auf fünf Kontinenten. Das Buch gibt auch Antworten auf die lebenswichtigen Barfragen: wo ist der beste Sitzplatz, wann ist die beste Zeit, welches der beste Drink. Wer gerade auf dem Weg nach New York ist, sollte im Dead Rabbit vorbei schauen. Der Pub ist Bar des Jahres 2016, liegt ziemlich zentral und bietet nicht nur Iren eine Heimat – sagt man. Es macht großen Spaß und meistens auch Durst durch die Bars dieser Welt zu schlendern. Mein persönlicher Favorit ist die Schirmbar auf der Insel Juist mit Deutschlands schönstem Sonnenuntergang (nicht im Buch).

Where Bartenders Drink, € 17,99 | click.

Pizza rettet die Welt

Start in die Reisesaison: die besten Pizza-Locations auf dem Globus. Endlich ein Reiseführer ohne gotische Kirchen und Nationaldenkmäler, dafür ein guide für die fans des italienischen Teigfladens. Das Buch enthält Insider Tipps von über 1.000 Pizza-Experten weltweit mit über 1.700 Pizza-Spots in 48 Länder. Pizza aller Art, mit dünnem oder dickem Boden, aus der Pfanne, aus dem Holzofen, to stay  oder to go, auf dem bemalten Teller oder im durchweichten Karton in New York, Japan, Indien und natürlich auch in Neapel.  Daniel Young hat über seinem schmackhaften blog youngandfoodish.com sein Pizza-Netzwerk geknüpft und einen weltumspannenden Reiseführer daraus gemacht. Ein yummie-Buch.

Daniel Young, Where to eat Pizza, 576 S., € 18,99   |  willichhaben   

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Ein Buch über die Wurst als deutsches Kulturgut

Das ideale Mitbringsel fürs nächste Wurstschnappen. Wieder so ein Buchtitel, der die Rezensenten  zu Wortspäßen animiert:  dem Mann ist alles wurst. . . Aufschnitt für alle. . .  gut gewürzt und so weiter. Ich füge einen weiteren dazu: ein sattes Buch! Dabei hat der Kunsthistoriker Wolfger Pöhlmann nur im Sinn, in einer sich veganisierenden Gesellschaft der kulturelle Bedeutung der deutschen Wurstvielfalt den gebührenden Platz zuzuweisen. Knapp 30 kg Wurst wandern jährlich in einen deutschen Magen, lediglich vier Prozent der Bevölkerung lassen völlig die Finger von Fleisch und Wurst. Als ehemaliger Ausstellungsmacher und Kulturmanager für das Goethe-Institut weiß Pöhlmann, wie man unseren soziokulturellen Alltag schmackhaft aufbereitet (Wortspiel!). Sein Verlag merkt an, dass er sich seit seiner Kindheit leidenschaftlich für Wurst, Wurstmacher und das Wurstwissen interessiert. Dafür bietet das Buch sehr viel Hintergrundwissen zu Rezepturen und regionalen Besonderheiten, zur geschichtlichen Enzwicklung der Wurstwaren und gibt jede Menge Tipps für den richtigen Einkauf und zu guten Metzgern.  Wir goutieren Wissenswertes, wie die Antwort auf die Frage, warum Weißwürste weiß sind und nicht die übliche rötliche Wurstfärbung haben: bei ihnen fehlt die Zugabe des färbenden und haltbarmachenden Pökelsalzes.

Pöhlmann arbeitet mit fundiertem Lebensmittelwissen, umfangreichen, persönlichen Recherchen ohne Angst um die eigenen Cholesterinwerte und einem ausgewachsenem Appetit auf das deutsche Grundnahrungsmittel. Die Grundbotschaft lautet: Haltet die regionalen Fleischer und Metzger in Ehren! Mit der Massenware droht der Verlust einer unserer nationalen Identitäten.  30 Kilo Wurst pro Jahr sind auch ein Kulturauftrag! Einer der kulturellen Höhepunkte des Buchs ist ein poetischer Zweizeiler des Duisburger Marktschreiers  „Wurst-Achim“: „Wenn Achim seine Tüte packt, steht Aldi kurz vorm Herzinfarkt“.  In diesem Sinne ist das Buch unterhaltsam, interessant und natürlich appettitanregend.

Wolfger Pöhlmann, Es geht um die Wurst – Eine deutsche Kulturgeschichte, € 26 | click.