Kategorie: Kunst | Kultur

Eine Münchner Ausstellung mit deinem neuen Lieblings-Bilderbuch.

Das ist eines der kreativsten Bücher!  Christoph Niemann ist international einer gefragtesten Illustratoren. Der mittlerweile in Berlin lebende Ex-New Yorker schmückt die Titelseiten von NEW YORKER, New York Times, FAZ und SZ Magazin. Ich hatte das Vergnügen, seine Arbeiten im Wiener MAK im Original zu sehen. Jetzt ist endlich ein umfangreiches Buch mit einer Riesenauswahl seiner Kreativität erschienen. Viel Spass bereiten die immer wieder überraschenden Kombinationen aus Objektfotos (ein Mohnbrötchen als Stoppelbart) und Zeichnungen bzw. Aquarellen (Kopf mit Elektrorasierer). Schön, dass man bei manchen Abbildungen länger verweilen muss, denn Niemann erzählt reihenweise shortshort-Stories und von seiner Lego- oder Gummibären-Serie, seinen Reiseberichten und Bilderserien kann man sich stundenlang anregen und überraschen lassen.  Meine Empfehlung: wenn ihr Freunde zu Gast habt das Buch neben dem Esstisch drapieren – es liefert immer anregenden Gesprächsstoff  falls gerade mal die Stimmung abflacht.

Die Ausstellung mit seinen Werken ist bis 5. Mai im Literaturhaus München zu sehen.

Sunday Sketching, € 34,95  |  click.

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Christoph Niemann – Sunday Sketching
Christoph Niemann – Sunday Sketching

Leben „to go“: die besten Fotos liegen auf der Straße.

Den Sommer über waren die besten Straßenfotografien in Hamburg versammelt. Ausstellung in den Deichtorhallen  verpasst? Macht nix!  Das Buch zur Ausstellung Street.Life.Photography (Kehrer Verlag) bleibt und zeigt neben Stars des Genres wie Martin Parr, Robert Frank, Lee Friedlander und Diane Arbus auch jüngere Fachkräfte wie der Deutsche Siegfried Hansen und Maciej Dakowicz, der v.a. in Asien arbeitet.

Straßenfotografie ist das Road Movie unter den Fotografie-Genres und hat ihren besonderen Reiz: kein Studio, knappes Budget, kein oder wenig künstliches Licht, keine Zeit für langwierige Inszenierung, stattdessen Konzentration auf den Augenblick und auf Zufälle. Das Studio ist der öffentliche Raum. Oft entstehen darin subjektive Schnellschüsse von Alltagsszenen und eindrucksvolle Porträts.  Das Buch mit knapp 200 schwarz-weiss- und Farbfotos aus den letzten 70 Jahren gliedert die Fotografien in Sektionen wie Public Transport, Street Life, Urban Space, Anonymity und andere.  Sie zeigen Strassenszenen, die all unsere  Lebenslagen abbilden:  Eitelkeit, Bewegung, Essen, Sex, Stillstand, Sport und Spiel, Warten, Architektur, Politik, Frust, Einsamkeit und auch Langeweile. Auf dieser Bühne sind wir gleichzeitig Zuschauer und Akteure, oft unfreiwillig, manchmal voyeuristisch.

(c) Siegfried Hansen

Einiges im Buch erinnert an Szenen, die wir so oder ähnlich selbst schon erlebt, aber nicht wahrgenommen haben. Zufälle, die wie eine Inszenierung wirken. Es ist nicht ganz billig, dafür schön gemacht und mit einer umfassenden Auswahl. Darin schmökern deine Gäste bis der Risotto fertig ist. Lass dir ruhig Zeit mit der Zubereitung. Den richtigen sound dazu liefert immer noch Randy Crawford.

Street. Life. Photography,  € 49,90 | [Anzeige] in deiner Buchhandlung oder bei oder hier.

Auge schlägt Hirn: wie uns “fake views“ täuschen und wie Andy Warhol ins Möbelhaus kommt.

Ein sehr schönes Buch verrät uns, wie Täuschungen entstehen und warum wir auf Illusionisten herein fallen? Unsere  Augen nehmen schneller Informationen auf, als unser Gehirn abarbeiten kann. Es ist also kein Zufall, dass uns viele Deckengemälde barocker Kirchen paradiesisch täuschen. München hatte, Aachen freut sich auf eine lehrreiche und amüsante Ausstellung: „Lust der Täuschung – Von antiker Kunst bis zu Virtual Reality“. Gezeigt werden Exponate aus Malerei, Skulptur, Architektur, Design, Mode und digitaler Kunst. Alle Stücke haben eines gemeinsam: wir werden beim Betrachten optisch getäuscht.

Schön, dass es ein spannendes Buch mit demselben Titel zur Ausstellung gibt. Die Exponate werden nicht nur ausführlich dargestellt, sondern du erfährst auch viel über das Wesen der Täuschung, über die Perfektion und Professionalität der Täuscher und aus neurowissenschaftlicher Sicht. Das Wortspiel „fake views“  im Vorwort ist einfach genial, ich hänge mich gerne daran, denn es zeigt die Aktualität des Themas. Das nicht weniger aktuelle Thema virtual reality  (ein wichtiger Teil der Ausstellung) ist naturgemäß auf Papier begrenzt darstellbar und im Buch sparsam vertreten. Aber ist VR nicht ohnehin zweite Realität statt bloße Täuschung?

Das Buch ist alles andere als ein dröger Katalog mit einer Nummernrevue der Exponate! Eine sehr gute Übung, nicht mehr auf alle Tricks unserer visuellen Welten herein zu fallen. Wer die Ausstellung besucht, sollte das umfangreiche Buch unbedingt vorher lesen. Wer nicht hin geht hat Unterhaltung und viele Informationen für lange Winterabende. Zusatznutzen: das Buch ist familienkompatibel mit einem leichten Blick auf nicht allzu schwere Kunst. Und die Sache mit Warhol? Achte mal drauf, wie viele Andy Warhol- und Keith Hearing-fakes für € 9,99 in Möbelhäusern und Geschenkboutiquen hängen.

Lust der Täuschung – Von antiker Kunst bis Virtual Reality, € 39,90 | [Anzeige] in deiner Buchhandlung oder hier   oder hier.