Kategorie: Kunst | Kultur

back to the sixties

Schluss mit unseren Zukunfts-Ängsten! Wir brauchen jetzt für ein paar Jahre wieder die 60erDer Titel von Buch und Ausstellung  in London entstammt dem 1968 auf dem weissen Beatles-Album erschienen Song Revolution No. 1 und stand unter dem Einfluss der Studentenunruhen, dem Vietnamkrieg und der Ermordung von Martin Luther King. Danach blieben in Politik, Kultur, Gesellschaft und Wertesystem kein Stein mehr auf dem anderen. Anhand von Fotografien, Poster, Design-, Musik-, Film- und Modearbeiten werden fünf revolutionäre Jahre dokumentiert, die unser Leben auf den Kopf gestellt haben: „es wurde mehr Demokratie gewagt“ (Willy Brandt), die Popkultur wurde zum Motor der Entwicklung und die Elterngeneration musste sich bohrende Fragen gefallen lassen. Das Buch zeigt bunt und schrill, wie aus Ängsten und Grenzen ein neues Lebensgefühl mit neuen Werten entstand. Wie wär’s mit ein paar aktuellen Revolutiönchen in den Köpfen – wir schaffen das!

You say you want a Revolution? Records an Rebels 1966 – 1970, € 28.– | click.

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Ein Buch über twitter-untaugliche Begriffe.

Faszinierend, wie man mit einem einzigen Wort ganze Gefühle und Handlungen beschreiben kann und zum Glück nicht übersetzen kann. So z.B. gibt es im niederländischen ein Wort für „nach draußen gehen und sich den Kopf und die schweren Gedanken vom Wind durchwehen zu lassen“. Oder in Feuerland „zwei oder mehr Menschen sitzen beisammen und kommen durch Blickkontakte zu der stillschweigenden Übereinkunft, dass etwas unternommen werden muss, aber niemand möchte den ersten Schritt tun“ – wow! Ein hawaiianisches Wort beschreibt folgendes Ereignis: „Der Zustand, der eintritt, wenn man sich eine Wegbeschreibung anhört, dann losläuft und sie augenblicklich wieder vergisst.“ Kennt jeder! Auch ein Wort aus Südindien wurde für folgenden Zustand ins Buch genommen: „Der Abdruck, der auf der Haut zurückbleibt, wenn man zu Enges getragen hat.“ Dazu passt eines der wenigen deutschen, nicht übersetzbaren Wörter: „Kummerspeck“. Die jeweiligen Original-Wörter könnt ihr im Buch entdecken, das durch seine Illustrationen zu einem netten, für jeden passenden Geschenkbuch taugt. Nur der Titel ist schwach und gehört einfach dem Film!

Lost in Translation, € 18.– | click.

Sunday Sketching

Christoph Niemann – Sunday Sketching

Ein Buch über ungewöhnliche Beziehungen: unternehmungslustiges Objekt trifft humorvollen Pinselstrich. Christoph Niemann ist international einer gefragtesten Illustratoren. Der mittlerweile in Berlin lebende Ex-New Yorker schmückt die Titelseiten von NEW YORKER, New York Times, FAZ und SZ Magazin.

Ich hatte das Vergnügen, seine Arbeiten im Wiener MAK im Original zu sehen. Jetzt ist endlich ein umfangreiches Buch mit einer Riesenauswahl seiner Kreativität erschienen, rechtzeitig vor Weihnachten.

Christoph Niemann – Sunday Sketching
Christoph Niemann – Sunday Sketching

Spass machen die immer wieder überraschenden Kombinationen aus Objektfotos (Mohn-brötchen) und Zeichnungen bzw. Aquarellen (Kopf mit Elekro-rasierer). Schön, dass man bei manchen Abbildungen länger verweilen muss, denn Niemann erzählt reihenweise shortshort-Stories und von seiner Lego- oder Gummibären-Serie, seinen Reiseberichten und Bilderserien kann man sich stundenlang anregen und überraschen lassen. Durch Niemanns Kommentare und Reflexionen zu seiner Arbeit ist das Buch gleichzeitig eine illustrierte Autobiographie über die Mühen der Kreativität. Schön, dass Niemann erst 47 ist, da kommen sicher noch Fortsetzungen.

Meine Empfehlung: bei Einladungen das Buch neben dem Esstisch drapieren – es liefert amüsanten Gesprächsstoff  falls gerade mal die Stimmung abflacht.

Sunday Sketching, € 34,95 | Click.