Kategorie: Lebensart | Lifestyle

Kino zum Raten

In welchem Film spielt die original Spreewaldgurke eine staatstragende Rolle? Richtig, in Good Bye, Lenin.  Beide Bücher sind Ratebücher für Kinofans. In einem Fall geht’s um Gerichte, Süßspeisen, Drinks und andere Köstlichkeiten als Hinweis auf berühmte Filme (auch schon mal ein leckeres Menschenbein!). Im andern Fall geben einem die Kulissen wie Häuser, Hotels, Leuchtreklamen und Zimmereinrichtungen die Rätsel auf. Beide fein illustrierten Bücher orientieren sich an Kultfilmen und Klassikern, die auch der gelegentliche  Kinogänger kennt. Und Pretty Woman ist ja wirklich nicht schwer zu erraten.

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Schräge Sportarten, bitte nicht nachmachen!

Das Sportbuch des Jahres – ohne Panini-Bilder. Der Philosoph sieht im Sport die Balance zwischen Erkenntnis, Engagement und Körperlichkeit. Das Buch von Edward Brooke-Hitching hingegen zeigt, dass es mit der Erkenntnis im Sport meistens hapert. Was wirklich zählt, sind Wettkampf und Zeitvertreib, unter Umständen auch mit vorgezogener Endlichkeit von Mensch und Tier. Der in London lebende Dokumentarfilmer hat aus den Archiven meist skurile Sportarten ausgegraben, von denen Stefan Raab nur träumt: Oktopus-Ringkampf, Aalziehen, Ballonspringen (am Ballon hängend Sprünge bis zu 90 m, ab und an letal), Flugzeug-Golf (im Sturzflug einlochen) und etwa Eistennis (erledigt sich durch Klimawandel). Mit britischem Humor werden hier auch die abstrusesten Formen der Körperertüchtigung zusammen getragen. Der Mensch schreckt vor keiner originellen Idee zurück, wenn es um den gemeinschaftlichen, bisweilen gewalttätigen Zeitvertreib geht.  Red Bull würde auch Eichhörnchen abhäuten sponsern, wenn die TV-Quote stimmt. Oder Goldfisch-Schlucken (Rekord bei 210 Exemplaren, lebend). Amüsantes Wissen für die Halbzeitpause.

Enzyklopädie der vergessenen Sportarten | € 29,90 click

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Walkman, Polaroid, Wählscheibentelefon und andere analoge Lieblinge

Wer erinnert sich nicht gerne an seine Lieblings-Cassetten im Sony Walkman? Die 70er Jahre brachten den Aufbruch in die technische Mobilität und in sofort-und-überall-Erlebnisse. Pocketkamera, Walkman, Videorekorder und Polaroid waren die Vorboten der Smartgeräte. Wer sie nutzte hat – im Gegensatz zur heutigen Wischtechnik – haptische und audiovisuelle Erinnerungen: das orangefarbene Telefon mit kabelbedingt eingeschränktem Radius und Wählscheibe (leicht ratternd), das „click-bsssssssschdt“ der Polaroidkamera und das Sirren eines Diskettenlaufwerks. Das Buch enthält nicht nur viele Abbildungen vergessener Produkte, sondern auch jede Menge Lebensgefühl aus Zeiten des Aufbruchs. Die Geräusche haben wir ja noch im Ohr. Die tollen, verschollenen Sachen sind in diesem Buch versammelt.

Dinge, die es (so) nicht mehr gibt, 190 S., € 21,95 | click

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