{"id":2861,"date":"2024-12-11T17:16:45","date_gmt":"2024-12-11T16:16:45","guid":{"rendered":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/?p=2861"},"modified":"2024-12-26T16:03:17","modified_gmt":"2024-12-26T15:03:17","slug":"genie-ohne-publikum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/genie-ohne-publikum\/","title":{"rendered":"Genie ohne Publikum"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mit Harry Gelb und C. C. Cohn ging der deutsche Underground von uns.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1987 starb der Schriftsteller und Journalist J\u00f6rg Fauser beim \u00dcberqueren der A 94 bei M\u00fcnchen, sein Alter Ego Harry Gelb \u00fcberlebte. Im Fr\u00fchjahr 2024 verstarb achtzigj\u00e4hrig der Schriftsteller und Musiker Kiev Stingl in Berlin. Stingl \u00fcberlebt in der Figur des C. C. Cohn, der in den Stories und Romanen seines Freundes Daniel Dubbe immer wieder seine imposanten Auftritte hat. Fauser wie Stingl waren pr\u00e4gende K\u00fcnstler der deutschen Underground-Szene der siebziger und beginnenden achtziger Jahre. Underground bedeutete f\u00fcr uns das Versprechen mit Musik, Literatur und Leben <em>\u201egegen die Fu\u00dfg\u00e4ngermentalit\u00e4t\u201c<\/em> der Nachkriegsliteratur anzugehen (J\u00fcrgen Ploog). Underground war die Lust auf Experimente und Provokationen, jeder konnte ein Gedicht schreiben, ein little mag herausgeben und mit ein paar Punk-Riffs auch noch Schallplatten ver\u00f6ffentlichen. Diesen Nerv traf \u2013 zumindest \u00fcber ein paar Jahre \u00ad- Kiev Stingl. W\u00e4hrend Fauser sein eigenes Alter Ego namens Harry Gelb als Nachfolger einsetzte, war es bei Stingl die Figur des <em>C. C. Cohn<\/em>, die sich durch Stories und Romane des Hamburger Autors Daniel Dubbe zieht. Vor allem Stingl geh\u00f6rte zum literarischen Personal Dubbes, bestehend aus fiktionalisierten Schl\u00fcsselfiguren aus seinem K\u00fcnstler- und Philosophen-Kreis. <\/p>\n\n\n\n<p>Kiev (Gerd) Stingl wurde 1943 im fr\u00fcheren Aussig geboren, heute Usti nad Labem, Tschechien. Mit drei Vinylscheiben (1975 Teuflisch, 1979 Hart wie Mozart, 1981 Ich w\u00fcnsch den Deutschen alles Gute) und zwei B\u00fcchern (1979 Flacker in der Pfote, 1984 Die besoffene Schl\u00e4gerei) begr\u00fcndete Stingl seinen Ruf als  Punk-K\u00fcnstler, Provokateur und Poser \u2013 eine sperrige D\u00fcsterboy-Mischung aus Klaus Kinski und Sid Vicious. Mit Stakkato-Musik und Textzeilen, die heute im wohlwollendsten Fall als politisch v\u00f6llig <em>un<\/em>korrekt etikettiert w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/02_Stingl2-745x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2868\" width=\"268\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/02_Stingl2-745x1024.jpg 745w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/02_Stingl2-218x300.jpg 218w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/02_Stingl2-768x1055.jpg 768w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/02_Stingl2-1118x1536.jpg 1118w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/02_Stingl2-1490x2048.jpg 1490w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/02_Stingl2-502x690.jpg 502w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/02_Stingl2-scaled.jpg 1863w\" sizes=\"auto, (max-width: 268px) 100vw, 268px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Les ann\u00e9es soixante, St. Tropez<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Stingls beste Zeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kiev Stingl war eingebunden in eine sehr aktive Hamburger Literaturszene: Als Daniel Dubbe die Gr\u00fcndung des Literaturmagazins <em>Boa Vista<\/em> anregte, war Stingl mit dabei. Zusammen mit Hatje, Derschau, Wyborny und anderen, wobei Stingl sich <em>\u201ewie \u00fcblich sofort zum Wortf\u00fchrer aufschwang\u201c<\/em> (DD) und den Anarcho gab. Wie keine andere deutsche Metropole war Hamburg zu dieser Zeit das Zentrum einer neuen Literatur und hatte sogar gen\u00fcgend Platz f\u00fcr den Boa Vista-Ableger <em>Henry<\/em> (sp\u00e4ter <em>Nancy<\/em>) um den Filmemacher Heinz Emigholz. Es gab Hilka Nordhausens <em>Buch Handlung Welt<\/em>, eine wohlwollende hanseatische Literaturf\u00f6rderung und angeregte Diskussionen \u00fcber Literatur: <em>\u201eLowry steigend, Barthelme unver\u00e4ndert stark, Bukowski nicht mehr notiert\u201c <\/em>(DD, Wilde M\u00e4nner). Durch die Vermittlung von Derschau und Dubbe fanden auch Stingl und sp\u00e4ter Norbert Hinterberger ihren Platz in unserem schmalen Buchprogramm. [Sidestep: Hinterbergers <em>Keine Angst ich bin nur neidisch <\/em>ist f\u00fcr mich immer noch einer der besten unentdeckten Lyrikb\u00e4nde. Leider hatten wir damals den Vertrieb daf\u00fcr versemmelt.] <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nerv\u00f6se Gedichte in <em>Flacker in der Pfote<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Gedichte in <em>Flacker in der Pfote<\/em> waren einfach sensationell neu und einzigartig in einer meist verjammerten Lyrikszene.&nbsp;Und mit drei Auflagen das erfolgreichste Buch in unserem Undergroundverlag Pohl\u2019n\u2019Mayer. Die Genialit\u00e4t von Stingls Poesie zeigte sich durch die harte Musikalit\u00e4t seiner Texte und sein konsequent durchgezogenes Prinzip C<em>ontent follows Form<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Stingl hat\u2019n\/Muwie drauf, Stingl\/\u00f6lt sich\/die Fresse. \/Stingl tankt\/3,50 Super\/und nagelt s\u00fcd-\/w\u00e4rts. \/. . .\/Stingl klaut\/Irrt\u00fcmer. Stingl\/hat \u2018ne Sehnsucht, die\/schlottert, be-\/vor alles Miese pustet\/und es ist aus mit\/Stingl.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Zeit lang hofften wir auf seinen Nachfolgband <em>Traurigste Tropen<\/em>, der allerdings wie vieles andere von Kiev versandete.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery aligncenter has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" data-id=\"2872\" src=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7805-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2872\" srcset=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7805-768x1024.jpg 768w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7805-225x300.jpg 225w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7805-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7805-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7805-518x690.jpg 518w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7805-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Korrespondenz mit <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" data-id=\"2873\" src=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7806-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2873\" srcset=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7806-768x1024.jpg 768w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7806-225x300.jpg 225w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7806-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7806-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7806-518x690.jpg 518w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_7806-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kiev Stingl<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" data-id=\"2904\" src=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_78782-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2904\" srcset=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_78782-1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_78782-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_78782-1-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_78782-1-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_78782-1-518x690.jpg 518w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_78782-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Selfie 1979<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Noch mehr Publikum erreichte Kiev Stingl mit seinen Platten. Und damit fing sein Desaster an. Gepusht von erfahrenen Produzenten wie Achim Reichel und Dieter Meyer (Yello) wurde er f\u00fcr NME-Leser zwischen der Neuen Deutschen- und der Discowelle platziert. Doch als Musiker arbeitete Stingl gegen alle: Produzenten, Presse, Bandkollegen und vor allem das Publikum. Einzig ein Auftritt in Hamburg wurde zu einem gro\u00dfen Erfolg. Es folgte eine kleine Clubtour durch Deutschland. Das Berliner Konzert war ein Fiasko mit Absage vor wartendem Publikum: <em>\u201eIch h\u00f6rte, dass Cohn zum zweiten Konzert seiner Deutschlandtournee in Berlin eine Stunde zu sp\u00e4t erschienen war. Die Veranstalter zahlten den Fans bereits das Eintrittsgeld zur\u00fcck. Warum lie\u00df Cohn den Act in Berlin platzen? Warum trat er nach einem erfolgreichen Auftritt in der Hamburger Markthalle nicht im Berliner Kant Kino auf? War\u2019s wegen eines Girls? . . . Schien ihm seine Karriere eines Rockstars nicht der M\u00fche wert? . . . Cohn zufolge habe er vor seinem Auftritt in Berlin in der Paris Bar gesessen und sei dort nicht, wie vereinbart, abgeholt worden.\u201c <\/em>(DD, Underground).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erinnere mich vage an sein Konzert im Frankfurter Club <em>Cooky\u2018s<\/em>. Mayer und ich warteten zusammen mit hartn\u00e4ckigen Fans und Friends auf seinen Auftritt. Nur noch tr\u00fcbe Erinnerungen, ob der Gig \u00fcberhaupt zustande kam, mindestens kam er viel zu sp\u00e4t und wenn \u00fcberhaupt, spielte er nur einige Songs. Er verprellte die wenigen, die ihn beklatschten. Ein wichtiger Teil seiner Kunst bestand darin, sich nicht mit seinem Publikum zu verb\u00fcnden. <em>\u201eCohn dachte nicht erfolgsorientiert und strategisch. Strategie war bei ihm eine aus dem Hut gezauberte Momentidee, die nicht aufging und seinem Ruf schadete. Kurz: Er schlug T\u00fcren zu, die sich f\u00fcr ihn noch gar nicht ge\u00f6ffnet hatten\u201c <\/em>(DD). Stingl-Fans mussten mit dem zurechtkommen, was Stingl bot. Dabei h\u00e4tte er viel zu bieten gehabt: Harte Beats mit rauchiger Stimme erg\u00e4nzt, ein Pirat des Punks, die Hose mit einem Strick gehalten, die Brust entbl\u00f6\u00dft, furchterregend als m\u00f6chte er sein erwartungsvolles Publikum auffressen, mit Tattoos aus Isolierband und Kohle geschm\u00fcckt. Stingl blieb auch in seinem Zwischenhoch unberechenbar, sein K\u00fcnstlersein brauchte kein Publikum, vielmehr Stimulanzien und Alkohol: <em>\u201eMedinox war ein starkes Schlafmittel, das, zusammen mit Kaffee und Alkohol eingenommen, in einen Zustand versetzte, den Cohn so sehr liebte, dass er ihn immer wieder ansteuerte: die Trance\u201c.<\/em>&nbsp; (DD, Wilde M\u00e4nner)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und das war\u2019s dann. . .<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eHitler hat den Menschen Arbeit verschafft. Er hat ihnen eine Vision von Stolz und Gr\u00f6\u00dfe eingegeben. Besonders die Frauen haben Hitler innig geliebt.\u201c <\/em>(DD, Salon-Faschist). 1984\/85 ging Stingl nach Berlin und widmete sich mit Begeisterung seiner Lieblingsrolle &#8211; als Zwischenrufer in einer verschreckten \u00d6ffentlichkeit. Es ging ihm nicht mehr um einen Platz in der aktuellen Literatur, er wechselte zum Hitlerversteher, -verehrer und -erkl\u00e4rer. Von seinem st\u00e4ndigen Drang zur Provokation und zum Publikumsschreck war aus seinen Erfolgsjahren noch jede Menge \u00fcbrig. Doch seine Genialit\u00e4t ging verloren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar war Stingl weiterhin k\u00fcnstlerisch t\u00e4tig, malte, schrieb und machte weiter Musik. Quasi ohne gr\u00f6\u00dfere \u00d6ffentlichkeit, sieht man von Inside-Berlin ab. Stand die gekr\u00e4nkte Eitelkeit des begrenzt erfolgreichen K\u00fcnstlers hinter seiner Nazi-Verehrung? Stingl gab sich gr\u00f6\u00dfte M\u00fche, Hitlers Morde an den Juden und die unz\u00e4hligen Kriegstoten mit<strong> <\/strong>Stalins Untaten, Millionen von Toten durch seine \u201eGro\u00dfe S\u00e4uberung\u201c und durch eine gezielte Hungersnot aufzurechnen und damit zu bagatellisieren. Bei jeder Gelegenheit einen Wettbewerb der Despoten auszurufen passte zu seinen Auftritten. Gut, dass es in Berliner Szene-Caf\u00e9s damals noch keine Video-Beweise per Smartphone gab. Shitstorms und Staatsschutz h\u00e4tten ihn \u00fcberrollt. Und selbst die Nazi-Szene w\u00e4re von seinen kruden Argumenten \u00fcberfordert gewesen. Obsessiv forderten Stingl und Cohn gemeinsam <em>\u201eGerechtigkeit f\u00fcr Hitler.\u201c <\/em>(DD, Salon-Faschist). Es reichte! Sein Poetry-Faden war endg\u00fcltig gerissen. So schien es. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit Umwegen zum Publikum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Wirklichkeit schrieb und dichtete er unaufh\u00f6rlich weiter, hunderte von Seiten \u00fcber Liebe, Beziehungen &#8211; und immer wieder Hitler? Ob sein Nachlass je ver\u00f6ffentlicht wird? M\u00f6glich, aber ich bin raus.\u00a0<em>\u201eEs gibt keinen Schriftsteller, der nicht ver\u00f6ffentlichen will, dachte ich [Dubbe].&#8220; Cohn antwortete: &#8222;Doch. Mich!\u201c<\/em> (DD, Salon-Faschist) Also wieder schnell zur\u00fcck zu den Anf\u00e4ngen. Da Stingl in auch seinen besten Tagen selten etwas unternommen hat, um das Publikum auf seine Seite zu bringen, h\u00e4tte ich ihm gerne noch eine letzte Frage gestellt (auch wenn wir seit seiner Konvertierung zum Neu-Nazi keinen Kontakt mehr hatten): &#8222;Wie findest du dein <em>Second Life<\/em>, wenn du dich in Zitaten aus Dubbes B\u00fcchern wieder erkennst?&#8220; Anstelle Stingls antwortet &#8211; wie \u00fcblich &#8211; C. C. Cohn an Dubbe: <em>\u201eWer ist Cohn? Wer bin ich\u201c, schrieb er mir [Dubbe]. \u201eCohn ist eine Erfindung von dir, die du mit Schnipseln aus meiner Vita beziehungsweise mit aus dem Zusammenhang gerissenen Ausspr\u00fcchen von mir neu zusammengesetzt.\u201c<\/em> (DD, Salon-Faschist) \u00a0Das nehme ich ihm nicht ab. Der Agent Provocateur hat sicher erkannt, dass er mit der vornamenslosen Figur C. C. Cohn konstant sein Publikum \u00fcber Dubbes B\u00fccher erreichte. Ohne dass er mit wem auch immer Kompromisse eingehen musste. <em>In the very end <\/em>sandte Kiev Stingl ein letztes Signal seiner po\u00e9sie pure an seinen compa\u00f1ero Daniel: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&#8222;<em><strong>I<\/strong><\/em><strong><em>ch d\u00fcrste nach<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong><em>dtille&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong><em>hh\u00f6r ddauerrfd mmeinenn<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong><em>fd atem<\/em><\/strong>&#8222;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Angebot-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2894\" width=\"339\" height=\"253\" srcset=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Angebot-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Angebot-300x225.jpg 300w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Angebot-768x576.jpg 768w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Angebot-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Angebot-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Angebot-920x690.jpg 920w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Angebot-790x593.jpg 790w\" sizes=\"auto, (max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nur f\u00fcr Sammler<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>An einem Sommerabend las<\/strong> <strong>Daniel Dubbe<\/strong> in Hamburg unter dem Motto &#8222;Der Sommer ist l\u00e4ngst vorbei&#8220; literarische Erinnerungen an einen Rock-Poeten. Melina Savvidou (7:42) und Axel Sch\u00e4ffler (39:50) haben Impressionen der Lesung festgehalten. Beiden herzlichen Dank daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=a-kDFWJ3mXg&amp;t=6s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"708\" height=\"364\" data-id=\"2916\" src=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/01_Video-1-Option-Screenshop-des-Thumpnails.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2916\" srcset=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/01_Video-1-Option-Screenshop-des-Thumpnails.jpg 708w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/01_Video-1-Option-Screenshop-des-Thumpnails-300x154.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 708px) 100vw, 708px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DcYbyQA_Nao&amp;t=1692s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-id=\"2917\" src=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/03_Video2_Thumpnail-1-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2917\" srcset=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/03_Video2_Thumpnail-1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/03_Video2_Thumpnail-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/03_Video2_Thumpnail-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/03_Video2_Thumpnail-1-1260x709.jpg 1260w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/03_Video2_Thumpnail-1-800x450.jpg 800w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/03_Video2_Thumpnail-1-1227x690.jpg 1227w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/03_Video2_Thumpnail-1.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">10 Awesome &#8211; 1<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Die Stingl\/C. C. Cohn-Zitate<\/strong> sind aus folgenden B\u00fcchern von Daniel Dubbe: <em>Wilde M\u00e4nner, wenig Frauen<\/em>, 1984, Verlag Pohl&#8217;n&#8217;Mayer; <em>Bessere Tage<\/em>, Verlag Kurt Pohl, 1995; <em>Hart auf hart<\/em>, Verlag Kurt Pohl, 2002; <em>Jungfernstieg<\/em>, MaroVerlag, 2009; <em>Underground<\/em>, MaroVerlag, 2011; <em>Jugendfreunde<\/em>, G\u00fcnther Emigs Literaturbetrieb , 2023.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr f\u00fcnf Sammler und Fans<\/strong> gibt es ein tolles Angebot: Flacker in der Pfote von Kiev Stingl (Erstausgabe 1979) und drei B\u00fccher von Daniel Dubbe (Wilde M\u00e4nner, wenig Frauen; Bessere Tage, 1995; Hart auf hart, 2002). <strong>\u20ac 48.&#8211;<\/strong>, bitte PN an mich.   <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/oox_dog_BESCHN_II.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2316\" width=\"115\" height=\"126\" srcset=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/oox_dog_BESCHN_II.jpg 583w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/oox_dog_BESCHN_II-274x300.jpg 274w\" sizes=\"auto, (max-width: 115px) 100vw, 115px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">(c) 2024  Kurt Pohl    <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Harry Gelb und C. C. Cohn ging der deutsche Underground von uns. 1987 starb der Schriftsteller und Journalist J\u00f6rg Fauser beim \u00dcberqueren&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2866,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[132],"tags":[442,446,376,443,445,448,390,447,383,31,441,444],"class_list":["post-2861","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-post","tag-achim-reichel","tag-boa-vista","tag-daniel-dubbe","tag-dieter-meyer","tag-flacker-in-der-pfote","tag-joerg-fauser-underground","tag-kiev-stingl","tag-nancy","tag-pohlnmayer","tag-startseite","tag-stingl","tag-yello"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2861","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2861"}],"version-history":[{"count":47,"href":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2861\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2939,"href":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2861\/revisions\/2939"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2866"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2861"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2861"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2861"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}