{"id":898,"date":"2019-09-20T10:38:39","date_gmt":"2019-09-20T08:38:39","guid":{"rendered":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/?p=898"},"modified":"2019-09-30T17:19:05","modified_gmt":"2019-09-30T15:19:05","slug":"william-turner-mach-aus-einem-alten-meister-einen-jungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/william-turner-mach-aus-einem-alten-meister-einen-jungen\/","title":{"rendered":"William Turner &#8211; mach aus einem Alten Meister einen jungen."},"content":{"rendered":"\n<p><em>Cees Nooteboom f\u00fchrt uns durch eine \u00fcberraschende Ausstellung im Buch.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich mir den Maler J. M. William Turner vorstelle, sehe ich eine d\u00fcstere Seeschlacht an der Wand, davor schwere Ledersessel in einem englischen Adelsclub. Eher dekorativ. In seinem Biopic <em>Meister des Lichts<\/em> hastet ein exzentrischer Gnom mit Mal-Utensilien durch eine Musical-Kulisse, die das London Anfang des 19. Jahrhunderts darstellt. Eher skurril.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch bis Mitte Oktober ist im Kunstmuseum Luzern eine Ausstellung mit dem Titel <em>Das Meer und die Alpen <\/em>zu sehen. Unter dem gleichen Titel ist ein umfassender Begleitband erschienen. Das Buch bringt nicht nur die Exponate in unser Umfeld, sondern enth\u00e4lt neben den unvermeidlichen Grussworten auch Informatives zu Turner und seinen Reisen. Joseph Mailord William Turner (1775 &#8211; 1851) war der bedeutendste Vertreter der britischen Romantik. Neben seinen popul\u00e4ren Gem\u00e4lden schuf er auch eine Unzahl von Aquarellen und Zeichnungen. Seinen Durchbruch erreichte Turner mit meist d\u00fcsteren und dramatischen Meeresbildern. In seinem Sp\u00e4twerk reduzierte Turner seine Naturopulenz und wurde damit zu einem Vorl\u00e4ufer der Impressionisten. Anfang des 19. Jahrhunderts nutzte Turner die politische Entspannung durch Friedensvertr\u00e4ge in Europa zu ausgedehnten Motiv-Reisen. Er war ausgesprochen gern unterwegs, mit Pferdekutschen und Schiffen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Cees Nooteboom f\u00fchrt uns durch das Buch<\/h2>\n\n\n\n<p>Kunstb\u00fccher werden leicht zu Leichen im Regal, wenn sie nur eine statische Abfolge ausgestellter Werke bieten. In diesem Fall ist es Cees Nooteboom in seinem Essay zu verdanken, einige Turner-Bilder aus besonderer Perspektive zu betrachten. Nooteboom macht dabei den Wandel Tuners von D\u00fcsternis zum schemenhaft Leichten deutlich: &#8222;Ich betrachte noch einmal [das Bild] <em>Strand und Segelboot<\/em>. Da ist er siebzig. Was ist darauf zu sehen? Fast nichts. Wie lange dauert es, bis es einem gelingt, fast nichts zu malen?&#8220; Die \u00dcbersetzung von Nootebooms Text ist holprig, der Reiz seiner Sprache geht in weiten Strecken leider verloren. Aber er lenkt unseren Blick auf \u00fcberraschende, wenig bekannte Bilder.  <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Turner war Schweiz-Fan<\/h2>\n\n\n\n<p>Erg\u00e4nzend findet sich im Buch auch eine Karte mit Tuners Reisewegen durch die Schweiz. Zwischen 1802 und 1844 war er sechsmal in der Schweiz unterwegs. Interessant w\u00e4re die Antwort auf die Frage, warum er der Schweiz vor Frankreich den Vorzug gab. Was suchte er so intensiv, nahm die M\u00fchen der Reisen auf sich? Sicher faszinierte ihn die Erhabenheit der Alpen, die Blick und Bewegungsfreiheit begrenzten. Nicht wie die Unendlichkeit des Meeres. Aber wie das Meer bieten die Berge Licht- und Wetterph\u00e4nomene, die seine Kreativit\u00e4t forderten. Dazu passt der sehr informative Beitrag \u00fcber den Einfluss der jeweiligen Wettersituation auf die in der Schweiz entstandenen Bilder Turners. Die schnellen, oft dramatischen Wetterwechsel und der imposante, nahtlose \u00dcbergang von Himmel und Erde m\u00fcssen ihn fasziniert haben.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"811\" src=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Teufelsbr\u00fccke-1-1024x811.jpg\" alt=\"\" data-id=\"914\" data-link=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/?attachment_id=914\" class=\"wp-image-914\" srcset=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Teufelsbr\u00fccke-1-1024x811.jpg 1024w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Teufelsbr\u00fccke-1-300x238.jpg 300w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Teufelsbr\u00fccke-1-768x608.jpg 768w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Teufelsbr\u00fccke-1-871x690.jpg 871w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Gotthard-2-1024x768.jpg\" alt=\"\" data-id=\"917\" data-link=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/?attachment_id=917\" class=\"wp-image-917\" srcset=\"https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Gotthard-2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Gotthard-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Gotthard-2-768x576.jpg 768w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Gotthard-2-920x690.jpg 920w, https:\/\/trooboox.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Gotthard-2-790x593.jpg 790w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-0 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><\/ul>\n\n\n\n<p>Wer immer wieder neue Bilder entdecken m\u00f6chte, l\u00e4sst am besten das Buch eine Zeit lang mit wechselnden Seiten aufgeschlagen liegen. Der Band enth\u00e4lt Beispiele aus allen Perioden, bietet einen guten \u00dcberblick \u00fcber sein Werk. Aus den Gegens\u00e4tzen von Meer und Alpen entsteht ein ganz eigener Reiz. Mir pers\u00f6nlich gefallen seine in Rot- und Braunt\u00f6nen gehaltenen Radierungen und Aquarelle am besten. Sie wirken wie story boards von mysteri\u00f6sen graphic novels und erz\u00e4hlen sich selbst weiter. Ziemlich aktuell also, der Junge Meister Tuner. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hrsg. Kunstmuseum Luzern, Turner &#8211; Das Meer und die Alpen | \u20ac 34,90<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Hirmer Verlag (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.hirmerverlag.de\/de\/titel-1-1\/turner_das_meer_und_die_alpen-1833\/\" target=\"_blank\">Hirmer Verlag<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Neugierig machen auch die gleichzeitig erschienen Skizzenb\u00fccher:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>David Blayney Brown: J.M.W. Turner &#8211; Wolken. Das Skizzenbuch Skies<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hrsg. David Blayney Brown: J.M.W. Turner &#8211; Luzerner Skizzenbuch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.hirmerverlag.de\/de\/titel-1-1\/j_m_w_turner_wolken-1888\/\">N<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cees Nooteboom f\u00fchrt uns durch eine \u00fcberraschende Ausstellung im Buch. Wenn ich mir den Maler J. M. 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