Helnweins Kinderbilder-Buch

Kinder ohne Kindheit.  In seinem neuen Buch sammelt Gottfried Helnwein zusammen, wie sich der österreichische Maler seit Jahrzehnten am vielfältigen Thema Kind abarbeitet. Und zwar radikal zwischen zwei Polen: einerseits auf Grundlage seiner Sozialisation in Entenhausen, andererseits durch die fehlende Nachkriegs-Aufarbeitung der nationalsozialistischen Zeit. Helnwein nimmt auch die reale Schrecken vorweg, wie aktuelle Skandale in Schulen und Heimen zeigen. Selbst Helnweins Micky Maus zeigt ihre dunkle Seele.

Immer wieder projiziert Helnwein seinen künstlerischen Ausdruck zur Selbstverstümmelung  in die Deformationen seiner Bildmotive. Die kindliche Umgebung, ihre Körper, Gesichter und Seelen werden verwundet und deformiert.  Zwischen Leid und Albtraum platziert er Manga-Erotik und Versatzstücke aus Entenhausen. Der großformatige Band enthält eine umfangreiche Auswahl, aufschlussreiche Zitate des Künstlers und eine ausführliche und informative Biografie. Helnwein liefert den Schlüssel für das Abgründige in seinen Bildern mit: „Für mich ist die Leinwand wie eine Bühne, auf der ich mein Spiel inszeniere: Und ich bringe alle Akteure zusammen. . . In meiner Erzählung haben alle gleiche Rechte – ganz egal ob Donald Duck, ein Kind und Adolf Hitler.“

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