Kategorie: Lebensart | Lifestyle

Das Rezept für Langeweile im Herbst: The New Luxury.

[boostyourcoffeetable:Wir müssen nicht alle Bücher lesen. Oft genügt es, dass wir sie haben, darüber reden und zeigen. Von der Decke hängend, in einer geöffneten Schublade, ganzjährig auf der Terrasse oder eben auf dem coffee table.]

Highsnobiety: The New Luxury: 320 S., reichlich Abbildungen, Verlag gestalten | € 39,90 | bei deinem Lieblingsbuchhändler oder hier.

Was du über The New Luxury wissen solltest.

Luxus, das waren einmal riesige Yachten, dicke Autos und Grand Hotels. Statussymbole und Geldanlagen für Riviera-Filmstars und arlbergsonnengebräunte Unternehmer. Alles möglichst unerschwinglich, exklusiv und nicht nachhaltig. Zeit also für neue Kreativität, neue Ikonen und Marken. Der Berliner Verlag gestalten ist ein zuverlässiges Trendradar dafür, wie urbanes und globales Leben hedonistischen Spass macht. Jetzt also mit The New Luxury.

Warum passt The New Luxury gut auf deinen coffee table?

Luxus ist heute ein Zeichen von Individualismus und definiert sich nicht (nur) über den Preis. Sondern durch die persönliche Inszenierung und über die communities, die wir teilen. Das Buch zeigt etablierte Marken mit neuen Produkten (Wasserflasche von Prada: wahrscheinlich für Quellwasser aus dem Himalaya) und neue brands wie die japanische LifeWear-Kette Uniqlo. Angenehm – im Buch drängeln sich keine fetten Schweizer Uhren, old school. Ich finde, den Spass kann man sich gönnen: das Buch hat Kreativität, die überspringt und bringt uns auf den neuesten Stand bei etwas, was wir eigentlich nicht brauchen.

Dein bester Platz für The New Luxury.

Das Buch ist nice to have, nice to see. Idealer Standort ist dein Frühstücksplatz und jeden Morgen wird eine neue Doppelseite aufgeschlagen. Durchgehend findest du Anregungen für streetwear und sneakers. Sehr urban.

The New Luxury für alle, die gerne das Leben ein bisschen inszenieren.

Leben „to go“: die besten Fotos liegen auf der Straße.

Bis 16.Februar sind die besten Straßenfotografien im Kunst Haus Wien versammelt. Keine Zeit für die Ausstellung? Nicht weiter schlimm!  Das Buch zur Ausstellung Street.Life.Photography bleibt und zeigt neben Stars des Genres wie Martin Parr, Robert Frank, Lee Friedlander und Diane Arbus auch jüngere Fachkräfte wie der Deutsche Siegfried Hansen und Maciej Dakowicz, der v.a. in Asien arbeitet.

Straßenfotografie ist das Road Movie unter den Fotografie-Genres und hat ihren besonderen Reiz: kein Studio, knappes Budget, kein oder wenig künstliches Licht, keine Zeit für langwierige Inszenierung, stattdessen Konzentration auf den Augenblick und auf Zufälle. Das Studio ist der öffentliche Raum. Oft entstehen darin subjektive Schnellschüsse von Alltagsszenen und eindrucksvolle Porträts.  Das Buch mit knapp 200 schwarz-weiss- und Farbfotos aus den letzten 70 Jahren gliedert die Fotografien in Sektionen wie Public Transport, Street Life, Urban Space, Anonymity und andere.  Sie zeigen Strassenszenen, die all unsere  Lebenslagen abbilden:  Eitelkeit, Bewegung, Essen, Sex, Stillstand, Sport und Spiel, Warten, Architektur, Politik, Frust, Einsamkeit und auch Langeweile. Auf dieser Bühne sind wir gleichzeitig Zuschauer und Akteure, oft unfreiwillig, manchmal voyeuristisch.

(c) Siegfried Hansen

Einiges im Buch erinnert an Szenen, die wir so oder ähnlich selbst schon erlebt, aber nicht wahrgenommen haben. Zufälle, die wie eine Inszenierung wirken. Es ist nicht ganz billig, dafür schön gemacht und mit einer umfassenden Auswahl. Darin schmökern deine Gäste bis der Risotto fertig ist. Lass dir ruhig Zeit mit der Zubereitung. Den richtigen sound dazu liefert immer noch Randy Crawford.

Street. Life. Photography,  € 49,90 | [Anzeige] in deiner Buchhandlung oder bei oder hier.

Dreissig Kerzen für deinen game boy! Und ein 8-bit-Geburtstags-Ständchen.

Im April 1989 wurden in Japan die ersten Gemu Bois verkauft. Dreissig Jahre später gibt es einen guten Grund seine digitale Kindheit mit game boy, Super Mario und dem russischen Spiel Tetris hervor zu kramen. „The Nostalgia Nerd’s Retro Tech – Computers, Consoles & Games“ zeigt uns die zu ihrer Zeit besten Systeme von Atari bis Xbox.

Als „Nostalgia Nerd“ sammelt der Autor Peter Leigh seit Jahren Retro-Konsolen und -Computer für seinen erfolgreichen YouTube Kanal. Jetzt stellte er die digitale Sammlung in einem Buch zusammen. Reich bebildert zeigt es, dass computer gaming für den Hausgebrauch schon in den siebziger Jahren verfügbar war, z.B. mit dem 4KB Apple II von 1977. Das englischsprachige Buch erinnert an die unterschiedlichsten Gerätetypen samt der jeweiligen „must plays“ und „must avoids“. Die hohe Zeit der Computer games waren die 80er und 90er Jahre mit einem Feuerwerk an Neuentwicklungen.

Der game boy war so frech und nahm die Mobilität der smart phones vorweg. Überall und zu jeder Gelegenheit spielen: auf dem Autorücksitz, beim Besuch bei Tante Hilde und unter der Schulbank. Technische Limitierung nervte noch nicht und Streaming war Lichtjahre entfernt. Erst die Nullerjahre mit den neuen spielerischen smart phone-apps läutete das Runden-Ende für Konsolen der ersten Generationen ein.

Wir haben uns einfach daran gewöhnt, uns in immer kürzeren Abständen mit der jeweils besten smart Technik zu optimieren. Retro Tech ruft uns den Reiz der Limitierung in Erinnerung zurück. Nicht alles ist möglich. Ein netter Ausflug in die Welt der kaum erkennbaren Pixel-Haufen und der sparsamen 8-bit-sounds. Less can be more, zumindest für einen Schmökernachmittag.

The Nostalgia Nerd’s RETRO TECH – Computers, Consoles & Games,  € 16,50 | in deiner Lieblingsbuchhandlung